Haftung, Reifen und Bremsen
Die aktive Sicherheit des Fahrzeugs hängt im Wesentlichen davon ab, wie gut es auf dem Asphalt haftet und rechtzeitig anhält. In diesem Artikel gliedern wir alles auf, was Sie über Bremsen und Reifen wissen müssen, um Ihre theoretische Prüfung zu bestehen.
1. Das Bremssystem
Die Bremse ist die Einrichtung, die die Geschwindigkeit verringert, das Fahrzeug anhält oder es im Stand hält. Es ist wichtig, die drei Arten von Bremseinrichtungen der Fahrzeuge zu kennen.
Arten von Bremsen
| Bremsart | Funktion | Wirkung |
|---|---|---|
| Betriebsbremse | Verringert die Geschwindigkeit und hält das Fahrzeug sicher an. | Wirkt auf alle Räder. Wird mit dem Fuß betätigt. |
| Feststellbremse (Hand) | Hält das Fahrzeug im Stand (geparkt). | Wirkt in der Regel auf die Hinterräder. |
| Hilfsbremse | Notsystem, das nur wirkt, wenn die Betriebsbremse ausfällt. | Muss auf ein Rad je Seite derselben Achse wirken. |
Bremsbauarten: Scheibe und Trommel
Es gibt zwei Haupttechnologien. Heute haben die meisten Pkw Scheiben an der Vorderachse (oder an allen 4 Rädern), da sie wirksamer sind.
- Scheibenbremsen: Bremsbeläge drücken auf eine Scheibe, die sich mit dem Rad dreht. Sie sind besser belüftet und erlauben ein gleichmäßigeres Bremsen.
- Trommelbremsen: Bremsbacken spreizen sich in einer Trommel. Sie werden schlechter gekühlt und blockieren eher.
Richtige Benutzung und ABS
Um wirksam und sicher zu bremsen:
- Normales Bremsen: Den Fuß vom Gaspedal nehmen (Motorbremse) und das Bremspedal sanft und allmählich treten.
- Notbremsung: Man muss voll durchtreten, aber versuchen, die Räder nicht zu blockieren (wenn man kein ABS hat).
Wichtig für die Prüfung: Das ABS (Anti-lock Braking System, Antiblockiersystem) verhindert, dass die Räder bei abruptem Bremsen blockieren. Sein Hauptvorteil ist, dass es erlaubt, die Kontrolle über die Lenkung zu behalten, während wir voll bremsen, sodass man Hindernissen ausweichen kann.
Häufige Bremsprobleme
- Fading: Übermäßige Erhitzung der Bremsen durch zu starke Beanspruchung (z. B. bei der Talfahrt an einem Bergpass). Die Bremsen verlieren an Wirkung. Lösung: Niedrige Gänge benutzen (Motorbremse).
- Schwammiges Pedal: Kann auf Luft im Bremskreis oder schlechte Bremsflüssigkeit hindeuten.
- Nasse Bremsen: Sie verlieren an Wirkung. Man muss sie durch leichtes Antippen des Pedals trocknen.
2. Räder und Reifen
Die Räder sind der einzige Kontaktpunkt zwischen Fahrzeug und Boden. Sie bestehen aus dem Metallteil (Felge) und dem Gummiteil (Reifen).
Arten und Wartung
Empfohlen werden schlauchlose Reifen (Tubeless), da bei einer Reifenpanne die Luft langsamer entweicht und so die Gefahr eines Platzens sinkt.
Zur grundlegenden Wartung gehört es, Profiltiefe und Reifendruck zu überwachen.
- Profiltiefe: Sie muss in den Hauptrillen der Lauffläche mindestens 1,6 mm betragen. Ist sie geringer, müssen die Reifen gewechselt werden.
- Alterung: Es wird empfohlen, sie alle 5 Jahre zu ersetzen, auch wenn sie noch Profil haben, da der Gummi aushärtet (verglast) und an Haftung verliert.
Der Reifendruck
Der Druck muss regelmäßig (ein- oder zweimal im Monat) und immer bei kalten Reifen geprüft werden.
| Zustand des Drucks | Folgen | Reifenverschleiß |
|---|---|---|
| Richtiger Druck | Maximale Haftung und optimales Bremsen. | Gleichmäßiger Verschleiß. |
| Zu niedriger Druck (wenig Luft) | Höherer Verbrauch, Gefahr des Platzens und Erhitzung. | Verschleiß an den Seiten (Schultern). |
| Zu hoher Druck (viel Luft) | Geringere Haftung und Springen der Federung. | Verschleiß in der Mitte. |
3. Haftung und Schleudern
Die Haftung ist die Kraft, die den Reifen auf dem Asphalt haften lässt. Geht diese Kraft verloren, kommt es zum Schleudern.
Ursachen des Schleuderns
- Fahrer: Überhöhte Geschwindigkeit, abrupte Lenk- oder Bremsbewegungen.
- Fahrzeug: Abgefahrene Reifen oder Stoßdämpfer in schlechtem Zustand.
- Straße: Nasse Fahrbahn, Schotter, Eis oder Öl.
Aquaplaning
Ein gefährliches Phänomen, das auftritt, wenn der Reifen das Wasser auf der Fahrbahn nicht verdrängen kann. Zwischen Rad und Boden bildet sich eine Wasserschicht, und das Fahrzeug „schwimmt“, wodurch Kontrolle und Lenkung verloren gehen.
- Wie man es vermeidet: Die Geschwindigkeit verringern und die Reifen mit dem richtigen Druck und der richtigen Profiltiefe fahren.
Was tun beim Schleudern?
Wenn das Auto schleudert, dürfen Sie NICHT abrupt bremsen und auch nicht schlagartig voll auskuppeln.
- Übersteuern (das Heck bricht aus): Das Lenkrad zu der Seite drehen, zu der die Hinterräder rutschen (Gegenlenken).
- Untersteuern (das Fahrzeug schiebt geradeaus): Kein Gas mehr geben und die Lenkung leicht gerade stellen, damit die Räder wieder Haftung bekommen.
4. Radwechsel
Bei einer Reifenpanne müssen Sie wissen, wie Sie sicher vorgehen.
- Das Fahrzeug an einem sicheren und ebenen Ort abstellen. Die Handbremse anziehen und absichern (Warndreiecke/V-16-Warnleuchte).
- Die Muttern lösen (ohne sie abzuschrauben), bevor das Auto angehoben wird.
- Den Wagenheber ansetzen und das Fahrzeug anheben, bis das Rad den Boden nicht mehr berührt.
- Die Schrauben herausdrehen und das Rad wechseln.
- Die Schrauben leicht anziehen, das Fahrzeug absenken und das endgültige feste Anziehen vornehmen, wenn das Auto auf dem Boden steht.
Das Ersatzrad:
- Vollwertiges Ersatzrad: Es hat dieselben Eigenschaften wie die anderen. Man kann normal fahren.
- Notrad (für vorübergehenden Gebrauch): Es dient nur für die Fahrt zur Werkstatt. Es unterliegt Beschränkungen bei Geschwindigkeit (in der Regel max. 80 km/h) und Strecke.
