Kleidung des Kraftradfahrers
Die Kleidung ist das wichtigste Element der passiven Sicherheit des Kraftradfahrers. Sie hat eine doppelte Aufgabe: Sie schützt bei einem Sturz vor Körperverletzungen (Abschürfungen und Stöße) und vor der Witterung (Kälte, Regen, Wind), was hilft, die Konzentration zu bewahren.
Wichtig für die Prüfung: Bei einem Unfall verhindert eine gute Ausrüstung nicht nur Verletzungen, sondern dämpft auch den Aufprall.
1. Der Schutzhelm
Er ist das wichtigste Sicherheitselement. Er ist für den Fahrer und den Beifahrer Pflicht auf:
- Krafträdern.
- Kleinkrafträdern.
- Dreirädrigen Fahrzeugen.
- Vierrädrigen Kraftfahrzeugen (Quads).
Grundlegende Anforderungen:
- Er muss nach den geltenden Vorschriften genehmigt sein (achten Sie auf das Genehmigungsetikett im Inneren).
- Er muss mit dem Kinnriemen fest angepasst sein, damit er bei einem Aufprall nicht weggeschleudert wird.
- Nach einem starken Schlag muss er ersetzt werden, auch wenn er äußerlich unbeschädigt wirkt, denn seine innere Dämpfungsstruktur ist dann verformt.
Teile und Arten des Schutzhelms
Der Schutzhelm besteht hauptsächlich aus drei Teilen:
- Visier: Es muss aus widerstandsfähigem Material sein, das nicht beschlägt und kratzfest ist.
- Innenausstattung: Sie nimmt die Aufprallenergie auf und sorgt für Komfort (beugt Müdigkeit vor).
- Außenschale: Sie verteilt die Wucht des Aufpralls und verhindert das Eindringen von Gegenständen.
| Helmart | Merkmale | Schutzniveau |
|---|---|---|
| Integralhelm | Aus einem Stück, bedeckt den ganzen Kopf und das Gesicht. Hat ein vollständiges Visier. | Maximal (empfohlen) |
| Jacket / Jethelm | Leichter, lässt das Gesicht frei. | Geringerer Gesichtsschutz. |
2. Schutz der Gliedmaßen
Hände und Füße berühren bei einem Sturz reflexartig als Erstes den Boden.
Die Handschuhe
Sie sind unerlässlich, um Abschürfungen, Verletzungen und Kälte zu vermeiden.
- Material: Ideal ist Leder wegen seiner Widerstandsfähigkeit.
- Passform: Sie müssen am Handgelenk eng anliegen (am besten mit Druckverschluss), damit keine Luft eindringt.
- Arten:
- Winter: Wärmend und dick (darunter kann man dünne Baumwollhandschuhe tragen).
- Sommer: Dünner oder perforiert, aber immer widerstandsfähig.
Die Stiefel
Sie schützen vor Verbrennungen am Auspuffrohr, vor Kälte und vor Gelenkverletzungen.
- Sie müssen Knöchel und Schienbeine bedecken und verstärken.
- Verboten: Man darf nicht mit Sportschuhen oder Sandalen fahren, da sie sich bei einem Unfall lösen können und nicht schützen.
- Tragweise: In der Regel werden sie unter der Hose getragen (außer bei Rennkombis).
3. Die Schutzkombi (Körper)
Die Schutzkombi sollte kräftige oder auffällige Farben haben, damit der Kraftradfahrer für die anderen Verkehrsteilnehmer besser sichtbar ist. Sie muss eng anliegen, damit sie im Wind nicht flattert (Segeleffekt).
Es gibt zwei Hauptmaterialien mit unterschiedlichen Eigenschaften:
| Material | Vorteile | Nachteile | Empfohlener Einsatz |
|---|---|---|---|
| Leder | Höchste Abriebfestigkeit und guter Schutz vor dem Fahrtwind. Liegt eng am Körper an. | Weniger atmungsaktiv und schwerer. | Landstraße und hohe Geschwindigkeit. |
| Textil (synthetisch) | Bequemer, atmungsaktiv und leicht anzuziehen. Reguliert die Temperatur besser. | Geringere Abriebfestigkeit beim Rutschen als Leder (aber ausreichend, wenn sie hochwertig ist). | Stadt und Touren. |
Zusätzliche Protektoren: Die Kombis müssen an kritischen Stellen wie Ellbogen, Knien und Schultern Protektoren aus Hartkunststoff oder synthetischem Schaumstoff haben, um Stöße zu dämpfen und Knochenbrüche zu verhindern.
Hinweis zur Wasserdichtigkeit: Materialien wie Gore-Tex sind hervorragend geeignet, um die Körpertemperatur auszugleichen und Wasser abzuweisen. Es ist immer ratsam, eine zusätzliche Regenkombi für starken Regen dabeizuhaben.
4. Besonderes Zubehör
Um Sicherheit und Komfort zu vervollständigen, gibt es Zubehör, das die Lücken der Hauptkleidung schließt:
- Der Halswärmer: Ein technisches Halstuch. Er schützt vor Wind und verhindert, dass Insekten eindringen. Er ist sicherer als ein herkömmlicher Schal, da er keine Knoten oder Enden hat, die sich verfangen können.
- Die Sturmhaube: Dünne Haube (Seide oder Baumwolle), die unter dem Schutzhelm getragen wird. Sie verbessert die Hygiene und schützt vor Kälte.
- Der Nierengurt: Wird im Lendenbereich unter der Kombi getragen. Er schützt die Nieren vor den Vibrationen des Kraftrads und vor Kälte und verhindert zudem Erschütterungen der Wirbelsäule.
